Aufklärung über das Fetale Alkoholsyndrom – Jugendliche informieren und sensibilisieren
„Wenn schwanger, dann zero“ – so lautet das Motto der Wanderausstellung zum FASD, die vom 2. bis 6. März in der PRS gastierte. FASD steht für Fetal Alcohol Spectrum Disorder oder auf Deutsch Fetales Alkoholsyndrom oder auch Alkoholspektrumstörung. Die vom Netzwerk Nordbayern e.V. konzipierte und bereitgestellte Ausstellung bringt den Jugendlichen dieses brisante Thema auf anschauliche und eindrückliche Weise nahe.
Bereits am Montagnachmittag, dem 2. März, fand die Auftaktveranstaltung an der PRS statt. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Marco Schirk, der Schwangerenberatung von Diakonie und Caritas und dem Grußwort von Landrat Dr. Achim Brötel stellte der Chefarzt der Gynäkologie der NOK-Kliniken Dr. med. Winfried Munz die vielfältigen Aspekte von FASD in einem Fachvortrag vor. Anschließend gab die 1. Vorsitzende des FASD Netzwerk Nordbayern e.V. Dr. Gisela Bolbecher zu verstehen, dass das Fetale Alkoholsyndrom eine Herausforderung für uns alle darstellt. In seinem Dank und Schlusswort unterstützte der Geschäftsführer der Diakonie Neckar-Odenwald Guido Zilling diese wichtige Aussage.
Diese Herausforderung beginnt vor allem bei der Aufklärung und Sensibilisierung von Jugendlichen und so besuchten Schülerinnen und Schüler aus den 7. bis 10. Klassen der PRS und des NKG in dieser Woche die vier Stationen, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schwangerenberatungsstelle von Diakonie und Caritas, der Suchtkoordination des Landratsamtes und der Beratungsstelle für Suchtfragen geleitet werden. In Kleingruppen können die Jugendlichen diese Stationen unter Anleitung erkunden.
So können sie an einer der Stationen die Auswirkungen eines Rauschzustandes anhand einer „Rauschbrille“ am eigenen Leib nachempfinden und müssen dabei feststellen, wie schwierig es dabei ist, einem vorgegebenen Weg zu folgen.
An einer anderen Station, die in einem abgedunkelten Zelt untergebracht ist, können die Schülerinnen und Schüler die faszinierende Entwicklung eines Fötus bis zur Geburt in animierten Filmsequenzen nachverfolgen.
Menschen, die mit FASD leben, kommen an einer weiteren Station zu Wort. Beeindruckend und authentisch berichten sie von ihrem Alltag, von schulischen Herausforderungen, Missverständnissen und Vorurteilen, aber auch von ihren Stärken, Träumen und Erfolgen. Ihre persönlichen Geschichten machen deutlich, was es bedeutet, mit einer unsichtbaren Beeinträchtigung aufwachsen zu müssen und lassen die Jugendlichen eindrücklich wissen, welche Konsequenzen Alkohol in der Schwangerschaft nach sich zieht.
Zuletzt lädt eine interaktive Medienstation die Schülerinnen und Schüler dazu ein, sich noch näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Durch Antippen einer Ziffer auf dem Monitor öffnen sich kurze Filme, Hörbeiträge oder informative Texte, die vor allem einen Einblick darin gewähren, wie schnell ein Gläschen Sekt, ein Shot oder ein Bier heruntergekippt sind und welche schädigende Wirkung dies auf das Ungeborene haben kann.
Die Ausstellung macht deutlich: FASD ist eine unsichtbare Beeinträchtigung, die das Leben der Betroffenen stark prägen kann. Sie zeigt aber auch, wie wichtig Wissen, Verständnis und gegenseitiger Respekt sind. Für uns als Schulgemeinschaft bedeutet das, aufmerksam hinzusehen, Vorurteile abzubauen und verantwortungsvoll mit dem Thema Alkohol umzugehen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Prävention nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommen muss, um wirksam zu sein. In diesem Sinne möchte sich die Schulgemeinschaft der PRS auch bei allen Beteiligten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund um die Ausstellung herzlich bedanken, die diese Aktion für unsere Schülerinnen und Schüler ermöglicht haben.


